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Leben auf der Straße

Obdachlos im Emscher Lippe-Land

Unsere Wochenserie vom 25. bis zum 29. Januar 2010.

 

Freitag: Obdachlosigkeit vermeiden

Um Zwangsräumungen und Obdachlosigkeit zu verhindern, übernehmen die Städte im Emscher Lippe-Land im Notfall Miet- oder Stromschulden. Diese werden dann in Raten zurückgezahlt. Außerdem wurde das städtische und kirchliche Angebot an Wohnungen für obdachlose Menschen weiter ausgebaut. Vielen Wohnungslosen konnte so zu einem regulären Mietvertrag verholfen werden. Dadurch ist die Zahl der Menschen, die in Obdachlosen-Unterkünften der Städte untergebracht werden müssen, stark gesunken. Vor zehn Jahren waren es noch 855 Menschen - aktuell sind es nur noch 106 Bedürftige.

Auch Familie Werner aus Gelsenkirchen-Bulmke-Hüllen stand kurz davor ihre Wohnung zu verlieren. Bis sie Hilfe von der Fachstelle für Wohnungsnotfälle bekamen. Unserer Reporterin Fabricia Josten hat Familie Werner besucht.

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Kontakt:
Zentrale Fachstelle für Wohnungsnotfälle
Frank Strahl
Ahstraße 22
45879 Gelsenkirchen
Tel.: 0209/1692150

Familie Werner ist überglücklich, in ihrer Wohnung bleiben zu können.
Mama Olga, Sohn Xavier-Arcadi und Papa Uwe.
Hier hat der 4-Jährige einen Schnappschuss von seinen Eltern und unserer Reporterin gemacht.
Donnerstag: Wieder ein Dach über'm Kopf

Wir haben eine Frau getroffen, die viel hatte und dann gar nichts mehr. Mary Jindra aus Bottrop führte ein Leben mit drei Kindern und Ehemann, zeitweise hatte sie einen Pool und einen Chauffeur. Und dann landete sie plötzlich auf der Straße. Jetzt hat sie wieder ein Dach über dem Kopf.

In der Bottroper Suppenküche „Kolüsch“ lernte Mary Jindra Wolfgang Kutta von der Evangelischen Sozialberatung kennen. Er  kümmerte sich um eine Wohnung für die 62-Jährige. Auch heute verwaltet er noch ihr Geld, damit sie immer über den Monat kommt und keine Schulden macht.

Unsere Reporterin Fabricia Josten hat Mary Jindra in ihrer Wohnung im Bottroper Eigen besucht.

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Kontakt:
Evangelische Sozialberatung Bottrop
Wolfgang Kutta
Kirchhellener Straße 62 a
46236 Bottrop
Tel.: 02041/28038

Die 62-jährige Irin ist glücklich, wieder eine Wohnung zu haben.
Mary Jindra erzählt unserer Reporterin über ihr hartes Leben auf der Straße.
Umso mehr genießt Mary Jindra ihr neues Leben.
Mittwoch: Unterwegs mit den Streetworkern

Conny Drosdziok und Daniela Heldt sind Streetworker der Caritas in Gelsenkirchen. Jeden Tag suchen sie auf ihrer Tour durch Gelsenkirchen die typischen Treffpunkte von obdachlosen und suchtkranken Menschen auf, wie Parks, den Hauptbahnhof oder die Suppenküche.

Die beiden Streetworker bieten so auf unkomplizierte Weise ihre Hilfe an. Sie geben Tipps, wo es Kleiderkammern oder ärztliche Betreuung gibt. Ihr Ziel ist es, Menschen den Ausstieg aus den Drogen zu ermöglichen oder ihnen zu einer Wohnung verhelfen.

Unsere Reporterin hat die beiden Streetworker einen Tag begleitet.

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Kontakt:
Streetwork der Caritas Gelsenkirchen
Conny Drosdziok 0176/83075398
Daniela Heldt 0176/83075399

 

Bei dem Wetter sind die Streetworker wie für eine Winterwanderung angezogen.
Die beiden Gelsenkirchener-Streetworker Conny Drosdziok und Daniela Heldt.
Die Streetworker mit einem ihrer "Klienten".
In dem Rucksack gibt`s viel Info-Material und kleine Geschenke, um mit den Menschen auf der Straße in kontakt zu kommen.
Dienstag: U25 - Jung und ohne Bleibe

Wir haben Timo aus Gladbeck getroffen. Er ist 21 Jahre alt, bekommt Hartz IV und war schon ein Jahr lang ohne festen Wohnsitz. Bei seiner Familie hielt er es nicht mehr aus, die Vestische Arbeit konnte einer eigenen Wohnung nicht zustimmen.

Unsere Reporterin Fabricia Josten hat Timo getroffen. Auf seinen Wunsch hin haben wir seinen Namen und auch seine Stimme verändert.

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Hilfe fand Timo bei Annette Frerick von der Beratungsstelle der Caritas für Wohnungslose in Gladbeck.

Kontakt:
Beratungsstelle der Caritas für Wohnungslose
Humboldtstraße 4
45964 Gladbeck
Tel.: 02043/681735

 

 

Unsere Reporterin auf dem Weg zur Vestischen Arbeit - hier soll es Hilfe für Timo geben.
Unsere Reporterin im Gespräch mit Annette Frerick (Leiterin der Beratungsstelle für Wohnungslose in Gladbeck).
Timo holt seine Post bei der Caritas ab.
Bei der Caritas gibt es auch eine Kleiderkammer für Bedürftige.
Montag: Das Männerübernachtungsheim

Das Männerübernachtungsheim in Gelsenkirchen-Schalke bietet Platz für bis zu 50 Männer, die keine Wohnung haben.

Meist werden die Männer zu zweit in den Zimmern untergebracht. Abends treffen sie sich im Aufenthaltsraum, an den eine kleine Gemeinschafts-Küche anschließt. Im Männerübernachtungsheim gibt es auch Duschräume und eine Waschmaschine.

Ab 16.30 Uhr ist Einlass, morgens um zehn müssen die Bewohner ihre Zimmer geräumt haben. Die Unterbringung kostet 3,00 Euro pro Nacht.

Heimleiter Wolfgang Kuhn steht für alle Fragen rund um den Weg zurück in ein geregeltes Leben zur Verfügung.

Kontakt:
Städt. Männerübernachtungsheim
Caubstraße 28
45881 Gelsenkirchen
0209 86157

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Eingang ins Männerübernachtungsheim.
In der Caubstraße in Schalke-Nord ist das Männerübernachtungsheim.
Das Männerübernachtungsheim in Schalke-Nord.
Unsere Reporterin spricht mit Heimbewohnern.
Heimleiter Wolfgang Kuhn zeigt ein Zimmer.

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