
- Natur soll wieder mehr Raum bekommen
- Wildnisgebiet ist rechtlich gesichert
Kein Eingriff, keine Forstwirtschaft, keine Menschenhand: Laut RVR ist der Köllnische Wald in Bottrop das erste kommunale Wildnisentwicklungsgebiet im gesamten Ruhrgebiet. Es geht um einen Bereich südlich der Halde Schötttelheide.
Was steckt dahinter? Der Regionalverband Ruhr und seine Abteilung RVR Ruhr Grün wollen der Natur einfach Raum lassen – für ihre eigene Dynamik. Alte Bäume dürfen sterben, Totholz bleibt liegen - und genau das ist Gold wert: Seltene Pilze, Insekten, Vögel und Fledermäuse sind auf genau solche Strukturen angewiesen. Mitten in einem der größten Ballungsräume Europas entsteht so ein echter Rückzugsraum für die Artenvielfalt.
Nicht nur Naturschutz, sondern auch Schutz vor Hochwasser
Das Gebiet ist inzwischen im Ministerialblatt veröffentlicht – damit ist es dauerhaft rechtlich gesichert. Der RVR geht damit noch einen Schritt weiter als bisher: Schon 2022 wurden fast 1.000 Hektar RVR-Wald aus der forstwirtschaftlichen Nutzung genommen. Mit dem Köllnischen Wald in Bottrop bekommt das Ganze jetzt erstmals auch offiziell den Status eines Wildnisentwicklungsgebiets.
Und der Nutzen geht laut RVR über den Artenschutz hinaus: Solche Wälder reinigen Boden, Wasser und Luft – und helfen sogar beim Schutz vor Erosion und Hochwasser.
Als Spaziergänger und Radfahrer im Köllnischen Wald sollt ihr von der Änderung aber nicht viel mitbekommen:
„Uns ist besonders wichtig, dass die Menschen den Köllnischen Wald weiterhin wie gewohnt nutzen können. Das bestehende Netz an Rad-, Fuß- und Reitwegen bleibt vollständig erhalten und kann im bisherigen Umfang weiter genutzt werden. Naturschutz und Naherholung gehen hier bewusst Hand in Hand.“
Klaus Müller, Technischer Beigeordneter der Stadt Bottrop