
Guten Abend aus der Radio-Emscher-Lippe-Redaktion. Heute ist Mittwoch und ich habe dir wieder die wichtigsten Nachrichten aus Gladbeck, Bottrop und Gelsenkirchen zusammengestellt. Heute geht es um ein historisches Gelsenkirchener Wahrzeichen, einen Erfolg vor Gericht für drei Kinder, neue Sicherheitsregeln beim Fußball und wichtige Hinweise für Fahrten auf Schiene und Straße.
Neues Zuhause für Gelsenkirchener Wahrzeichen gesucht
In der Gelsenkirchener Innenstadt gibt es mit den ehemaligen Häusern von Kaufhof, Primark und Boecker gleich drei große Leerstände. Zumindest für das Boecker-Haus am Bahnhofsvorplatz gibt es jetzt einen konkreten Plan: Das Gebäude soll bis auf die Kellerdecke abgerissen werden. An dieser Stelle plant der Investor Sahle Wohnen einen Neubau mit 40 seniorengerechten Wohnungen, einem Innenhof und gewerblichen Flächen im Erdgeschoss. Das Projekt hat jedoch einen Haken für die Stadtgeschichte: Das historische Bahnhofsfenster, das seit dem Abriss des alten Hauptbahnhofs an der Fassade des Boecker-Hauses prangt, muss weichen. Das beeindruckende Mosaik, das die fünf Säulen der Gelsenkirchener Wirtschaft darstellt, passt laut Investor nicht zur geplanten Wohnnutzung, da es wertvolle Fensterflächen an der Südseite blockieren würde. Stadt und Investor haben sich nun darauf geeinigt, das Kunstwerk vor dem Abriss abzubauen und zu restaurieren. Wo das Mosaik künftig hängen soll, ist noch völlig offen - es soll aber in Bahnhofsnähe bleiben. Da zudem für Fördergelder bis Ende November ein Antrag mit Baugenehmigung vorliegen muss, bleibt die Zeitplanung trotz der Einigung sportlich. Ein Baubeginn noch in diesem Jahr gilt mittlerweile als eher unwahrscheinlich.
Erfolg vor Gericht für Kinder aus Gelsenkirchen
Drei Kinder im Alter zwischen 10 und 12 Jahren, die in einem Heim leben, haben vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen einen wichtigen Sieg errungen. Sie hatten einen vor Gericht Antrag gestellt, dass die Stadt die Fahrtkosten zur Schule übernimmt, nachdem diese den vorherigen Antrag an die Stadt direkt abgelehnt hatte. Da die Kinder ihren Schulweg nicht allein mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigen können, hatte die Stadt lediglich angeboten, eine Begleitperson zu bezahlen. Das Gericht stellte jedoch fest, dass das Heim nicht über genügend Personal verfügt, um dies umzusetzen. Im Eilverfahren wurde die Stadt nun dazu verpflichtet, die Kosten für Taxis oder Mietwagen zur Förderschule vorerst zu übernehmen. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig; die Stadt hat nun zwei Wochen Zeit für eine Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht NRW.
Mehr Eigenverantwortung bei der Stadion-Sicherheit
Rund um die Veltins-Arena weht in der kommenden Saison ein neuer Wind. Durch eine erneuerte Stadionallianz soll sich die Polizei im Umfeld künftig stärker zurückhalten, sofern die Lage friedlich bleibt. Die Vereine übernehmen im Gegenzug mehr Verantwortung für die Sicherheit und müssen etwa durch strengere Einlasskontrollen verhindern, dass Pyrotechnik oder andere verbotene Gegenstände ins Stadion gelangen. Mit dieser Maßnahme möchte die Polizei Einsatzkräfte entlasten und für andere Aufgaben in der Stadt freimachen.
Geduldsprobe für Pendler und Autofahrer
Wer in Gladbeck, Bottrop oder Gelsenkirchen unterwegs ist, braucht in den nächsten Wochen starke Nerven. Ab dem 4. September sperrt die Bahn weite Teile der Hauptstrecke im Ruhrgebiet für Erneuerungen an Leitungen, Weichen und Brücken. Bis Ende Oktober fallen viele Züge aus oder werden umgeleitet; Ersatzbusse sollen den Ausfall auffangen. Zudem gibt es für Fernreisende Einschränkungen, wobei Gelsenkirchen als Ersatzhalt für ICEs dient. Autofahrer müssen sich zudem ab heute Abend um 21 Uhr auf eine Vollsperrung der A40 in Richtung Venlo einstellen. Zwischen den Autobahnkreuzen Kaiserberg und Duisburg wird nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht, weshalb die Strecke bis Montagmorgen gesperrt bleibt.
Das war das Wichtigste für heute. Ich hoffe, du kommst trotz der anstehenden Sperrungen gut durch die Woche.
Einen schönen Abend Anna Fiehe aus der Radio-Emscher-Lippe-Redaktion.