
Guten Abend aus der Radio-Emscher-Lippe-Redaktion. Ich bin Dirk Hübner. Damit du auch zum Start zum Wochenstart bestens über das informiert bist, was in Gladbeck, Bottrop und Gelsenkirchen passiert ist, fasse ich dir heute alles Wichtige zusammen.
In der Nähe des Gelsenkirchener Hauptbahnhofs gab es einen tödlichen Bahnunfall mit einem ICE. In Bottrop haben falsche Wasserwerker zugeschlagen und in Gelsenkirchen steht ab heute Abend eine wichtige Brückenprüfung an.
Falsche Wasserwerker
Stellt euch vor, ihr steht im Badezimmer und drückt auf Bitten eines Fremden die Toilettenspülung. Ihr denkt, ihr helft nur kurz. Währenddessen wird im Rest der Wohnung geplündert. Genau das ist in Bottrop passiert. An der Kellermannstraße gab sich ein Unbekannter als Wasserwerker aus und lenkte eine ältere Frau im Badezimmer ab. Nach Einschätzung der Polizei schlich sich währenddessen vermutlich ein Komplize ins Haus und stahl Schmuck und Bargeld. Einer lenkt ab, der andere greift zu. Die Kripo sucht nun Zeugen. Wer in der Gegend etwas Verdächtiges beobachtet hat, soll sich melden. Diese Masche ist leider bekannt. Die Täter nutzen gezielt Höflichkeit und Hilfsbereitschaft aus, oft bei älteren Menschen. Der Rat der Polizei ist deshalb klar: Lasst unangekündigte Handwerker niemals einfach in die Wohnung. Im Zweifel ruft bei der Firma an, und zwar unter einer Nummer, die ihr selbst herausgesucht habt. Oder ruft die Polizei. Sprecht auch mit Eltern, Großeltern und Nachbarn darüber. Ein höfliches Nein an der Tür ist keine Unhöflichkeit, sondern Selbstschutz.
Brückenprüfung in Gelsenkirchen
Wer in den nächsten Tagen auf der Kurt-Schumacher-Straße unterwegs ist, braucht etwas mehr Geduld. Die Stadt prüft dort die Fußgängerbrücke am Herbert-Burdenski-Weg. Auch das Solarsegel wird unter die Lupe genommen. Die Fachleute schauen genau hin und prüfen, ob alles fest, sicher und in Ordnung ist. Für diese Arbeit müssen die Prüferinnen und Prüfer nah an die Bauwerke heran. Dafür braucht es Platz, und den gibt es nur, wenn auf der Straße darunter jeweils eine Spur frei bleibt. Es geht in drei Schritten los. Schritt eins: heute Nacht. Zwischen 23 Uhr und 5 Uhr morgens ist die linke Spur in Richtung Buer gesperrt. Wer spät noch nach Hause fährt oder früh zur Schicht muss, sollte das im Kopf haben. Schritt zwei: Mittwoch. Dann geht es tagsüber weiter. Zwischen 8 und 15 Uhr ist auf derselben Strecke wieder eine Spur dicht, ebenfalls in Richtung Buer. Das fällt in den normalen Berufsverkehr und in die Zeit, in der viele ihre Besorgungen machen. Hier kann es also zäh werden. Schritt drei: Donnerstag. Zur selben Zeit, von 8 bis 15 Uhr, ist die Spur in der Gegenrichtung betroffen, also Richtung Gelsenkirchen. Wer am Mittwoch freie Fahrt hatte, muss sich am Donnerstag vielleicht auf eine Engstelle einstellen. Brücken und ähnliche Bauwerke werden regelmäßig kontrolliert - das ist für unser aller Sicherheit wichtig. Plant also ein bisschen mehr Zeit ein, vor allem am Mittwoch und Donnerstag zwischen 8 und 15 Uhr. Wenn es für euch passt, nehmt eine andere Route.
Tödlicher Unfall mit ICE
Ein Thema hat uns heute besonders beschäftigt, und das schauen wir uns jetzt ausführlicher an. Wer heute Morgen mit der Bahn fahren wollte, hat es möglicherweise mitbekommen: Zwischen Gelsenkirchen Hauptbahnhof und Wanne-Eickel ging über mehrere Stunden kaum etwas. Züge fielen aus, andere wurden umgeleitet oder hatten Verspätung. Der Grund war ein tödlicher Bahnunfall am späten Sonntagabend in Essen-Katernberg. Der Kollege Alex Enseling hat die Hintergründe. Alex, was ist dort passiert?
Nach ersten Erkenntnissen war eine Gruppe von sechs Gleisarbeitern auf der Strecke unterwegs. Sie sollen dort Bäume und Sträucher geschnitten haben. Kurz nach 23 Uhr wurde ein Mitarbeiter von einem ICE erfasst. Er starb noch an der Unfallstelle. Ein zweiter Arbeiter wurde schwer verletzt, bei ihm ist laut Polizei noch unklar, ob er direkt von dem Zug oder von umherfliegenden Teilen getroffen wurde. Die Feuerwehr musste ihn jedenfalls mit einer Drehleiter aus dem Gleisbereich auf die Straße retten. Anschließend kam er ins Krankenhaus. Vor Ort war natürlich Großaufgebot: Feuerwehr, Rettungsdienst, Bundespolizei, ein Notfallmanager der Bahn und sogar ein Hubschrauber. Drei Notfallseelsorger haben sich um die restlichen Arbeiter aus der Gruppe und auch um den Lokführer des ICE gekümmert.
Wie konnte es überhaupt zu dem Unfall kommen? Weiß man da mittlerweile schon mehr?
Leider nein. Das ist immer noch die große Frage. Die Kriminalpolizei Essen ist dran, das herauszufinden und hat Ermittlungen übernommen. Von der Polizei heißt es, dass es für solche Arbeiten eigentlich mehrere Sicherheitsvorkehrungen gibt, zum Beispiel akustische und optische Warnsignale. Und die sollen am Sonntagabend eigentlich auch wie vorgesehen funktioniert haben, heißt es. Auch sei der ICE wohl nicht mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen, hat ein Polizeisprecher der dpa gesagt. In dem Bereich gelte eine Geschwindigkeit von bis zu 160 km/h.
Was bedeutet das inzwischen für Bahnpendler bei uns? Die mussten heute Morgen ja noch teilweise auf Ersatzbusse ausweichen.
Das müsst ihr inzwischen nicht mehr. Seit heute Mittag läuft der Verkehr wieder ganz normal, die Strecke wurde komplett wieder freigegeben. Heißt: Die Züge fahren wieder auf ihren geplanten Strecken und halten auch an allen vorgesehenen Bahnhöfen. Die Ersatzbusse werden eingestellt.
Danke Alex für die Infos! Ich wünsche euch einen schönen Abend.
Dirk Hübner aus der Radio-Emscher-Lippe-Redaktion