
- Ermittler finden Handys, Waffen und Drogen bei JVA-Mitarbeiter
- Drei Insassen haben den Beamten schwer belastet
Nach mutmaßlichen Schmuggelgeschäften in der JVA Essen sitzt ein Justizvollzugsbeamter aus Gelsenkirchen in U-Haft. Rund eine Woche nach der Festnahme gibt es jetzt neue Details. Sie wurden in einem Bericht an den Landtag öffentlich. Demnach haben Beamte bei der Durchsuchung der Wohnung neun Handys, Drogen, Waffen und mehrere mutmaßliche Luxusuhren gefunden. Zuvor hatten drei Häftlinge den Gelsenkirchener schwer belastet. Er soll verbotene Gegenstände in das Essener Gefängnis geschmuggelt haben. Auf sein Konto sollen außerdem rund 40.000 Euro in bar eingezahlt worden sein. Auch gegen die Ehefrau wird wegen Geldwäsche ermittelt.
Verdacht der Korruption
Gegen den Bediensteten der Justizvollzugsanstalt Essen laufen weitreichende Ermittlungen. Es geht um den Verdacht der Korruption sowie Drogen- und Waffenbesitz. Der Fall steht im Zusammenhang mit der Flucht eines Gefangenen bei einem Arztbesuch in einer Essener Radiologie-Praxis. Häftlinge hatten behauptet, der JVA-Beamte aus Gelsenkirchen sei an dieser Befreiung und an einem früheren Fluchtversuch beteiligt gewesen. Laut NRW-Justizminister Benjamin Limbach ließen sich die Vorwürfe der direkten Fluchthilfe bisher aber nicht erhärten. Dafür kamen durch die Aussagen aber die Ermittlungen zu den Korruptionsvorwürfen ins Rollen.