
- Überwachungsturm ist sechs Meter hoch
- Fokus auf Container-Standorten und Grünanlagen
Im Laufe des Frühjahrs stellt die Stadt Gelsenkirchen einen mobilen, multifunktionalen Überwachungsturm auf. Der rund eine halbe Tonne schwere Mast ist mit Kameras, Radar- und Infrarotsensoren ausgestattet. Ziel ist es, illegale Müllablagerungen an Depotcontainern sowie unerlaubtes Grillen in Parks frühzeitig zu erkennen. Die erfassten Daten werden über das Mobilfunknetz direkt an die kommunale Leitstelle für Sicherheit und Ordnung übertragen.
Mit dem Pilotprojekt reagiert die Verwaltung auf anhaltende Probleme an städtischen Müll-Hotspots, wo Lebensmittelreste unter anderem Ratten anlocken. Sobald der Turm Auffälligkeiten meldet, rückt der Kommunale Ordnungsdienst aus. Die sofortige Reinigung der vermüllten Flächen übernehmen im Anschluss die Entsorgungsbetriebe. Nach Ablauf eines Jahres zieht die Stadt Bilanz, ob sich die Technik im Alltag bewährt hat.
Gesichter und Autokennzeichen werden verpixelt
Um den strengen Vorgaben des NRW-Datenschutzgesetzes gerecht zu werden, wertet das System alle Aufnahmen zunächst automatisch verpixelt aus. Gesichter und Autokennzeichen sind nicht erkennbar und werden laut Stadt nur dann entpixelt, wenn durch den Müll eine konkrete Gefahr entsteht. Stadtrat Simon Nowack forderte in diesem Zusammenhang, den rechtlichen Rahmen für Videoüberwachung durch Kommunen künftig an moderne Gegebenheiten anzupassen.