Gelsenkirchen: Polizist erschießt Messer-Angreifer - was bis jetzt bekannt ist

Ein Polizist hat vor der Wache Süd am Gelsenkirchener Wildenbruchplatz am Sonntag (5.1.2020) Abend einen Mann erschossen.

Blaulicht Polizeiwagen
© Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services GmbH
  • Tödlicher Schuss von 23-jährigem Kommisaranwärter abgegeben
  • Täter soll "Allahu akbar" geschrien haben
  • SEK stürmt in der Nacht Wohnung des Angreifers

Aktueller Stand der Ermittlungen vom 07.01.2020

Die Gelsenkirchener Polizei hat den mutmaßlichen Messerangreifer vor der Polizeiwache Süd zweimal überprüft, ob er möglicherweise ein Islamist sei. Der Staatsschutz hatte den 37-Jährigen in den vergangenen zwei Jahren unter die Lupe genommen - aber ohne Befund, hat jetzt NRW-Innenminister Herbert Reul bestätigt. Erstmals war der Mann laut Reul im Januar 2018 auffällig geworden, als er in einem Wald eine Fläche rodete, um dort nach eigener Aussage eine «Gebetsstätte für Allah» zu errichten. Ein Jahr später habe er Polizisten erklärt, er würde jetzt für den Islam missionieren. Daraufhin sei er nochmal überprüft worden. Mittlerweile haben die Ermittlungen ergeben, dass der jüngere (23-jährige) Beamte insgesamt viermal auf den Angreifer geschossen hat. Der 37-Jährige wurde dabei tödlich getroffen. Der Angreifer wohnte auf der Bochumer Straße in Gelsenkirchen Ückendorf.

© Joachim Kleine-Büning / FUNKE Foto Services
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Was Sonntag Abend passiert ist

Laut Polizei habe ein 37-jähriger Mann zunächst vor der Wache mit einem Stock auf einen Streifenwagen geschlagen. Dann sei er nach ersten Erkenntnissen mit dem Stock in der erhobenen Hand auf zwei Beamte zugegangen, hieß es. Dabei sei den Polizisten aufgefallen, dass der Mann in der anderen Hand ein Messer getragen habe. Als er den Angaben zufolge trotz mehrerer Aufforderungen nicht stoppte, habe ein 23-jähriger Polizeikommissarsanwärter mindestens einen Schuss (Anm. d. Red. Mittlerweile ist klar, dass es vier Schüsse waren.) auf den Mann abgegeben. Dieser sei tödlich gewesen.

Spezialeinheit stürmt Wohnung des Angreifers

40 Jahre Mobiles Einsatzkommando (MEK) Polizei Hamburg
Symbolbild© NEWS&ART - Fotolia
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Noch in der Nacht haben Spezialeinheiten der Polizei die Wohnung des Getöteten durchsucht. Hintergrund waren unter anderem Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund. Laut der Ermittler soll der Angreifer die Worte "Allahu Akbar" gerufen haben, als er die beiden Polizisten vor der Wache mit einem Messer bedroht haben soll. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung hat sich der Verdacht auf ein terroristisches Motiv bisher nicht bestätigt, haben Polizei und Staatsanwaltschaft gerade bekannt gegeben. Allerdings müssen noch Datenträger ausgewertet werden. Die Ermittler haben außerdem Hinweise, dass der 37-Jährige psychisch krank ist.

Polizei sucht Zeugen

Möglicherweise haben Passanten den 37-Jährigen vor der Tat beobachtet und können Angaben machen. Die Ermittlungsbehörden haben dazu eine zentrale Hinweisaufnahmestelle eingerichtet, die unter der kostenlosen Rufnummer 0800 - 3040303 zu erreichen ist.

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