Gelsenkirchen: Seppelfricke soll Ende 2020 schließen

Der Mutterkonzern des Traditionsunternehmens in Schalke will die Produktion nach England verlagern.

Die Firma Seppelfricke in Gelsenkirchen
© Radio Emscher Lippe

Das geht aus einem Schreiben hervor, das heute an die Mitarbeiter verschickt wurde und Radio Emscher Lippe vorliegt. Darin heißt es, dass der Betrieb im Gelsenkirchener Werk ab Juli in mehreren Schritten stillgelegt werden soll. Ab Ende des Jahres sollen dann nur noch wenige Mitarbeiter mit den Aufräumarbeiten beschäftigt sein. Den genauen Zeitplan für Schließung und Jobabbau will die Geschäftsleitung jetzt mit dem Betriebsrat besprechen.

Die Produktion und Prozesse müssten an die Bedürfnisse des Marktes angepasst werden, so der Geschäftsführer von Seppelfricke. Deshalb habe sich der Mutterkonzern entschlossen, das Geschäft mit Wasser- und Gasarmaturen nach England zu verlagern.

Bei Seppelfricke an der Haldenstraße arbeiten von ursprünglich 200 Menschen aktuell noch rund 80.

Betriebsrat und Gewerkschaft reagieren überrascht

Mitarbeitervertretung und IG Metall konnten die Entscheidung im Gespräch mit uns nicht nachvollziehen - gerade jetzt, wo allein schon wegen der Corona-Krise große Ungewissheit herrsche. Man werde versuchen, mit der Geschäftsleitung zu verhandeln.

Ende 2017 hatten die Seppelfricke-Mitarbeiter für mehrere Tage gestreikt, weil sie auch da schon Angst um ihre Jobs hatten. Damals hatte der Mutterkonzern wichtige Maschinen in Gelsenkirchen abgebaut. Am Ende erreichten Gewerkschaft und Betriebsrat einen Sozialplan für die Mitarbeiter.

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