
- Drei Hotspots: Junkerweg, Achternbergstraße, Walpurgisstraße
- KI verpixelt Gesichter und Kennzeichen automatisch
Die Stadt Gelsenkirchen plant ab Juli den Einsatz eines mobilen Überwachungsturms an drei besonders belasteten Standorten. Der Turm ist sechs Meter hoch, wiegt rund eine halbe Tonne und verfügt über Kameras, Radarsensoren und Infrarottechnik. Er wird abwechselnd am Junkerweg, an der Achternbergstraße und an der Walpurgisstraße eingesetzt – Orte, an denen illegale Müllablagerungen laut Stadt besonders gravierend sind.
Für Gelsenkirchen ist das Projekt mehr als eine technische Spielerei: Am Junkerweg müssen Fußgänger wegen des Mülls regelmäßig auf die Fahrbahn ausweichen. An der Achternbergstraße locken liegengebliebene Lebensmittelreste Ratten an, und an der Walpurgisstraße werden nach Angaben der Stadt sogar Gefahrenstoffe abgelagert. Stadtrat Simon Nowack bezeichnet das Vorhaben als „KI meets Ordnung" und hält es für potenzielles Neuland – nicht nur in NRW, sondern möglicherweise bundesweit.
Die Videoaufnahmen werden per Mobilfunk an eine städtische Leitstelle übertragen und dort nicht live, sondern nachträglich ausgewertet. Wer Hinweise zu illegalen Müllablagerungen in Gelsenkirchen hat, kann sich an den städtischen Ordnungsdienst wenden.
Der Datenschutz ist beim Einsatz des Turms fest eingeplant: Eine KI verpixelt Gesichter und Autokennzeichen automatisch direkt beim Erfassen der Aufnahmen. Eine Entpixelung ist laut Stadt nur dann möglich, wenn konkrete Anhaltspunkte für eine Straftat oder eine Gefahrensituation vorliegen – so schreibt es das NRW-Datenschutzgesetz vor. Live-Überwachung findet nicht statt; alle Auswertungen erfolgen im Nachgang durch die Leitstelle.