
Gelsenkirchener vor Gericht: Hilfe bei Automatensprengungen?
Wer sprengt Geldautomaten – und wer verdient daran mit? Mit dieser Frage beschäftigt sich gerade das Landgericht Saarbrücken. Vier Männer aus dem Ruhrgebiet müssen sich dort verantworten – einer von ihnen kommt aus Gelsenkirchen.
Veröffentlicht: Freitag, 17.04.2026 13:28
- Männer sollen im Hintergrund agiert haben
- Es drohen mehrjährige Haftstrafen
Laut Anklage sollen die Männer keine Geldautomaten gesprengt haben – aber trotzdem mittendrin gesteckt haben. Ihr Job war die Logistik: Sie sollen hochmotorisierte Autos organisiert und an Tätergruppen – vor allem aus den Niederlanden – vermietet haben. Damit konnten die Sprenger nach den Taten entkommen. Und das soll kein Zufall gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagten die Taten gezielt unterstützt haben – und dafür prozentual an der Beute beteiligt wurden.
Insgesamt geht es um sieben Geldautomatensprengungen – zwischen 2021 und 2024, an verschiedenen Orten in Deutschland. Allein bei drei Taten im Sommer 2024 sollen mehr als 280.000 Euro erbeutet worden sein. Dazu kommt ein Sachschaden von mehreren hunderttausend Euro.
Die vier Männer aus Gelsenkirchen, Oberhausen, Mülheim an der Ruhr und Duisburg wurden im August 2025 bei Durchsuchungen in Nordrhein-Westfalen festgenommen. Der Prozess im Saarland läuft voraussichtlich bis Anfang Juli. Der nächste Verhandlungstag ist der 30. April. Bei einer Verurteilung drohen mehrjährige Haftstrafen.