
Zum Start der bevorstehenden Bundesliga-Saison, werden erneut zehntausende Fußballfans unter anderem in Gelsenkirchen gemeinsam mit ihrer Mannschaft mitfiebern. Damit die Freude am Fußball im Mittelpunkt stehen kann, arbeiten verschiedene Netzwerkpartner auch in der neuen Saison eng zusammen. Grundlage dafür bilden die sogenannten Stadionallianzen.
Die Stadionallianzen wurden 2020 in Nordrhein-Westfalen eingeführt und mit einer neuen Kooperationsvereinbarung im Juli 2026 noch einmal weiterentwickelt und erweitert. Ihr Grundgedanke: Sicherheit rund um Fußballspiele ist eine gemeinschaftliche Aufgabe. Vereine sowie Bundes- und Landespolizei stimmen Maßnahmen frühzeitig miteinander ab und übernehmen Verantwortung in ihren jeweiligen Bereichen (https://www.land.nrw/pressemitteilung/starker-schulterschluss-fuer-sicheren-fussball-stadionallianzen-wachsen-weiter).
NRW-Innenminister Herbert Reul brachte diesen Ansatz bei der Unterzeichnung der neuen Vereinbarung am 23. Juli 2026 auf den Punkt: "Sicherheit rund um den Fußball gewinnt man nur als Mannschaft."
Dabei kommt besonders den Vereinen eine zentrale Verantwortung zu. Für die Veranstaltungssicherheit im Stadion sind sie verantwortlich, während die Polizei für Gefahrenabwehr und Strafverfolgung zuständig ist. Die neue Kooperationsvereinbarung nimmt damit also die Vereine stärker in die Pflicht, stärkt unter anderem die Rolle der Sicherheits- und Fanbeauftragten der Vereine und legt zudem einen besonderen Fokus auf die Qualifizierung der Sicherheits- und Ordnungsdienste.
Gerade wirksame Einlasskontrollen spielen eine wichtige Rolle für ein sicheres Erlebnis "Fußball". Sie sollen insbesondere verhindern, dass verbotene Gegenstände und Pyrotechnik in die Stadien gelangen. Gegen bekannte Störer stehen darüber hinaus Instrumente wie Stadionverbote sowie - bei Vorliegen der rechtlichen Voraussetzungen - polizeiliche Maßnahmen wie Platzverweise, Bereichsbetretungsverbote oder Meldeauflagen zur Verfügung.
"Fußball lebt von Emotionen, von gesunder Rivalität und vor allem von den Menschen, die ihre Mannschaft unterstützen. Die Aufgabe der Polizei ist es nicht, diese Emotionen grundsätzlich zu begrenzen, sondern gemeinsam mit allen Beteiligten dafür zu sorgen, dass daraus keine Gewalt entsteht. Sicherheit beginnt deshalb nicht erst dort, wo die Polizei einschreiten muss. Je verantwortungsvoller die einzelnen Netzwerkpartner ineinandergreifen, desto gezielter können polizeiliche Einsatzkräfte dort eingesetzt werden, wo sie tatsächlich gebraucht werden. Genau das ist der Gedanke der Stadionallianzen", betont der Leitende Polizeidirektor und stellvertretende Behördenleiter Karsten Plenker, der unter anderem für Fußballeinsätze im Polizeipräsidium Gelsenkirchen verantwortlich ist.
Dieses Vorhaben soll künftig auch im Kräfteansatz der Polizei an den Spieltagen sichtbar werden. Wo es die Sicherheitslage zulässt, wird sich die Polizei im unmittelbaren Stadionumfeld bewusst stärker zurücknehmen und weniger sichtbar sein. Das bedeutet jedoch keinen Rückzug aus der Verantwortung, sondern ein situatives und lagean-gepasstes polizeiliches Einschreiten ausreichender Einsatzkräfte.
Das entlastet nicht nur die Polizei an Spieltagen, es schafft zugleich Kapazitäten für andere polizeiliche Aufgaben. Von der Kriminalitätsbekämpfung, über die Verkehrssicherheitsarbeit bis hin zur Präsenz und Ansprechbarkeit für die Bürgerinnen und Bürger.
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