
- Rund 40 Objekte bundesweit und in den Niederlanden durchsucht
- Drei Tatverdächtige festgenommen, gegen 24 wird ermittelt
In Gladbeck und Gelsenkirchen gab es Durchsuchungen im Rahmen einer bundesweiten und internationalen Großrazzia. Deutsche und niederländische Ermittler haben mit Unterstützung von Europol wichtige Ermittlungserfolge erzielt. Das teilen Staatsanwaltschaft Köln, Polizeipräsidium Niederbayern, Polizeipräsidium Köln, Staatsanwaltschaft Rotterdam und die Seaport Police Rotterdam in einer gemeinsamen Erklärung mit. Ein Großeinsatz von 450 Ermittlern von Polizei und Zoll richtete sich am Mittwoch (07.10.) gegen ein international agierendes, mutmaßliches Geldwäschenetzwerk. Rund 40 Objekte in mehreren Bundesländern wurden durchsucht, darunter auch in Gelsenkirchen. Laut der Liste der betroffenen Orte in der Pressemitteilung war auch Gladbeck Teil der Durchsuchungsmaßnahmen, ohne dass die Behörden dazu weitere Details mitteilten.
Im Fokus der Ermittlungen stehen laut Polizei mehrere Männer im Alter von 43 bis 59 Jahren, denen vorgeworfen wird, sich zu einer arbeitsteilig agierenden Tätergruppierung zusammengeschlossen zu haben, um fortgesetzt Geldwäsche- und Schmuggelstraftaten zu begehen. Nach bisherigem Ermittlungsstand soll die Gruppierung Geldwäsche als Dienstleistung für Dritte angeboten und dabei jährlich einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag aus Straftaten, überwiegend aus dem Betäubungsmittelhandel, verschleiert und in die Türkei transferiert haben.
Drei Haftbefehle gegen Haupttatverdächtige wurden vollstreckt: ein 46-Jähriger aus dem Raum Wuppertal, ein 45-Jähriger aus Übach-Palenberg und ein 43-Jähriger aus dem Raum Remscheid. Sichergestellt wurden unter anderem rund 800 Gramm Schmelzgold, Bargeld im hohen fünfstelligen Eurobereich, zwölf Fahrzeuge und ein Motorrad. Insgesamt wird gegen 24 Beschuldigte ermittelt, es gilt die Unschuldsvermutung.
Ausgangspunkt der Ermittlungen war laut Polizei ein Gold- und Bargeldfund auf der A3 bei einer Kontrolle Ende Oktober 2023: Versteckt in einem präparierten Fahrzeug fanden Fahnder über 55 Kilogramm Gold und knapp eine halbe Million Euro Bargeld. Im weiteren Verlauf der Ermittlungen geriet eine Tätergruppierung in den Fokus. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde das Bargeld zunächst zum Ankauf von Alt- und Schrottgold bei beteiligten Juwelieren verwendet, anschließend eingeschmolzen und als Schmelzgoldbarren auf dem Land- und Luftweg in die Türkei gebracht. Über einen Zeitraum von sechs Jahren soll die Gruppierung so zwischen einer und vier Tonnen Gold im Wert von schätzungsweise 55 bis 210 Millionen Euro außer Landes geschafft haben.