
- Krude Sprachnachricht an Sohn verschickt
- Staatsanwaltschaft geht von verminderter Schuldfähigkeit aus
„Ein frohes neues Jahr. Ich habe deinen Vater getötet." Mit diesen kruden Worten soll eine 69-Jährige Frau aus Gelsenkirchen ihren Sohn über den Tod seines Vaters informiert haben. Sie soll ihren pflegebedürftigen Ehemenn in der Nacht auf den ersten Januar erstochen haben. Die beiden waren fast fünfzig Jahre verheiratet. Heute hat am Essener Landgericht der Prozess gegen sie begonnen. Und die Angeklagte zeigte sich direkt zum Auftakt geständig: Sie habe ihrem Mann aber nur Angst machen wollen und nicht daran gedacht, dass die Stiche tödlich sein könnten. Vorher soll es einen Streit über frühere Affären ihres Mannes gegeben haben. Nach der Tat hatte sie sich schlafen gelegt – und ihrem Sohn Stunden später die makabre Sprachnachricht geschickt. Die Staatsanwaltschaft geht von einer verminderten Schuldfähigkeit der Frau aus – sie hatte am nächsten Morgen noch über zwei Komma zwei Promille Alkohol im Blut. Die Anklage lautet auf Totschlag. Ein Urteil wird laut Gericht voraussichtlich Mitte Juni erwartet.