Ponyreiten auf Crange - Das sagt der Betreiber zu den Vorwürfen

Es ist DER Aufreger für viele Besucher des Cranger-Weihnachtszaubers und für Tierschützer: Die Reitbahn von Stefan Kaiser. Viele werfen dem Betreiber Tierquälerei vor. Eine Online-Petition gegen das Ponyreiten hat mittlerweile über 25.000 Unterzeichner. Der Betreiber sieht sich falsch dargestellt und zeigt sich gesprächsbereit. Wir haben ihn auf dem Cranger Weihnachtszauber getroffen.

Ein Bild vom Ponyreiten beim Cranger Weihnachtszauber.
© Rainer Raffalski / FUNKE Foto Services

Viele der Unterzeichner machen dem Betreiber Vorwürfe, er würde seine Tiere nicht vernünftig halten. Sie müssten 6 Stunden am Stück im Kreis laufen - kurzum, sie werfen ihm Tierquälerei vor. Wir haben Stefan Kaiser mit den Vorwürfen konfrontiert.

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Die Kernaussagen: Stefan Kaiser sagt, er würde alle Vorschriften einhalten und sich stets gut um seine Tiere kümmern. Die Ponys seien weder überlastet, noch müssten sie (wie oft behauptet) sechs Stunden im Kreis laufen. Die Ponys dürfen gesetzlich maximal vier Stunden am Stück laufen. Stefan Kaiser sagt, er würde die Tiere in der Regel früher auswechseln. Dass viele ihm vorwerfen, dass ganze sei eine nicht mehr zeitgemäße, geradezu mittelalterliche, Tradition, kann Stefan Kaiser nicht nachvollziehen. "Die Kinder sollten auch heute noch Kontakt zu Tieren kriegen", sagt Kaiser. Er liebe seine Tiere und tue vielen Kindern etwas Gutes: "Ich fahre in Städte, in denen Kinder manchmal nicht die Möglichkeit haben, auf einem Freizeitpferd zu reiten." Zum Beispiel weil sie es sich nicht leisten könnten. Seinen Schaustellerbetrieb führt Stefan Kaiser in der vierten Generation. Mit seiner Reitbahn ist er das ganze Jahr über in ganz Deutschland unterwegs. Seine Tiere leben auf seinem eigenen Pferdehof. Auf Crange setzt Stefan Kaiser 14 Ponys und einen Esel ein.



Die Reitbahn sorgt für viel Kritik

Vor allem auf Facebook gibt es seit Tagen immer wieder Diskussionen über die Reitbahn auf dem Cranger Weihnachtszauber. Viele wollen das Ponyreiten nicht unterstützen und den Weihnachtszauber deshalb sogar gar nicht erst besuchen. Die, die trotzdem kommen, haben eine klare Meinung über die Reitbahn: boykottieren!

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Crange-Veranstalter sieht keinen Handlungsbedarf

Pressesprecher Dominik Hertrich sagt, der Betreiber der Reitbahn erfülle alle Auflagen. Bisher habe er auch nicht mitbekommen, dass die Reitbahn schlechte Stimmung auf dem Cranger Weihnachtszauber verbreite. Viele werfen dem Crange-Veranstalter vor, das Ponyreiten vor dem Weihnachtszauber extra nicht beworben zu haben, um einen Shitstorm zu verhindern. "Wir haben im Vorfeld des Weihnachtszaubers nur einzelne Hauptattraktionen beworben und vorgestellt", so Hertrich. Man sei aber gesprächsbereit und freue sich über konstruktive Kritik.

Das ist der Eindruck unserer Reporterin

Hinter den Kulissen der Reitbahn

Unsere Reporterin hat sich die Reitbahn von Stefan Kaiser vor Ort angeschaut. Sie durfte auch einen Blick hinter die Kulissen werfen. Ihr Eindruck: Die Reitbahn und die Ställe sind sauber und ordentlich. Die Ponys sahen für sie gut gepflegt aus. Hinter den Kulissen ist ausreichend Platz und Auslauf vorhanden. Insgesamt hat unsere Reporterin nicht den Eindruck gewonnen, dass die Tiere schlecht gehalten werden.

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