Schalke 04: Aufstände der Fans werden immer lauter

Die Schalker Ultras machen immer mehr Stimmung gegen Clemens Tönnies. In Gelsenkirchen verteilt hingen Banner.

© Radio Emscher Lippe / Vera Körber

Beim S04 läuft es gerade nicht so richtig rund. Keine direkte Rückerstattung von Tickets, dafür Härtefallanträge, Kündigung von Fahrern für die Jugendmannschaften, weil es wirtschaftlich notwendig sei. Den Ultras reicht es jetzt langsam. Deshalb haben sie einen Brandbrief veröffentlicht. Darin geht es vor allem um den vermeintlichen Werteverfall von Schalke.

Am Samstag ist außerdem eine Demo am Berger Feld geplant unter dem Motto: „Schalke ist kein Schlachthof. Gegen die Zerlegung unseres Vereins!“. Diese Botschaft richtet sich ganz klar gegen Clemens Tönnies.

Aber erst einmal gibt es leise Proteste. Menschen aus der Fanszene haben Banner aufgehängt, die sich auch wieder gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden richten. Und die hängen nicht einfach irgendwo. Genauer gesagt findet bzw. fand man die Banner unter anderem an der S04 Geschäftsstelle, an der Glückaufkampfbahn und an der 1000-Freunde-Mauer.

Die Banner sprechen eine deutliche Sprache. „Leitbild leben – statt Werte schlachten“, „Kein Kumpel, kein Malocher: Tönnies raus!“ oder auch „Die einzigen Härtefälle sitzen in der Führungsetage unseres Vereins“.

Als wir uns heute Mittag selbst ein Bild davon machen wollten, war das Banner an der Glückaufkampfbahn zum Beispiel schon abgehängt. Das neben der Geschäftsstelle hing noch.

Kontakt mit Beteiligten gestaltet sich schwierig

Wir haben versucht mit den Ultras in Kontakt zu treten, das hat nicht funktioniert. Auch mit Olivier Kruschinski wollten wir sprechen. Er ist Vorsitzender und Pressesprecher der Stiftung Schalker Markt. Am Telefon wurden wir darum gebeten, per Mail eine Anfrage zu stellen. Dazu warten wir noch auf eine Antwort.

Von Schalke selbst heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme an uns:

"Wir haben Verständnis für Fans und Mitglieder, die aktuell ihren Unmut über die Situation beim FC Schalke 04 äußern. Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist eine Selbstverständlichkeit, wir sehen die Kritik und setzen uns damit auseinander. Wir glauben, nur im Dialog lässt sich das notwendige Vertrauen für eine bessere Zukunft zurück­gewinnen und sind dazu jederzeit bereit."

Mal sehen, ob sich die Fans auf so einen Dialog einlassen werden.

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