
- Sparkasse Gelsenkirchen weist Vorwürfe dieser Art zurück
- Ermittler prüfen außerdem, ob internes Wissen genutzt wurde
Nach dem schweren Einbruch in eine Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen wird die Aufarbeitung deutlich kritischer. NRW-Innenminister Herbert Reul wirft der betroffenen Bank vor, wichtige Informationen nicht rechtzeitig zur Verfügung gestellt zu haben. Aus seiner Sicht machte das ein Einschreiten von Polizei und Staatsanwaltschaft notwendig.
Bei der Durchsuchung der Filiale ging es laut Reul um Datenträger und Kundendaten, die für die laufenden Ermittlungen benötigt werden. Außerdem prüfen die Ermittler, ob die Täter möglicherweise internes Wissen nutzten. Hinweise darauf würden sich aus der Art ergeben, wie sie vorgegangen sein sollen.
Die Sparkasse betont in einer früheren Stellungnahme, die Ermittlungsbehörden umfassend zu unterstützen und sich nicht gegen die Herausgabe von angeforderten Daten gesperrt zu haben. Nach Angaben der Sparkasse wurden unter anderem Videoaufnahmen und Listen angefordert. Deren Zusammenstellung, Sicherung und Übermittlung habe jedoch mehr Zeit in Anspruch genommen, weshalb eine sofortige Übergabe nicht möglich gewesen sei.
Der Einbruch hatte sich Ende Dezember ereignet. Die Täter verschafften sich über ein Parkhaus Zugang zur Sparkassenfiliale im Stadtteil Buer, bohrten sich in den Tresorraum und brachen fast alle der rund 3.250 Kundenschließfächer auf.
Die genaue Schadenshöhe wird noch ermittelt. Nach ersten Schätzungen liegt sie im mittleren zweistelligen Millionenbereich und könnte noch höher ausfallen.