Toter SEK-Beamter in Gelsenkirchen: Verdächtiger eventuell schuldunfähig

Nach den tödlichen Schüssen auf einen SEK-Beamten in Gelsenkirchen hat heute der Innenausschuss des Landtags den Fall rekonstruiert. Dabei kamen neue Details zu Tage.

Nach dem SEK-Einsatz an der Augustin-Wibbelt-Straße in Gelsenkirchen-Buer
© Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Der 28-Jährige SEK-Beamte soll durch den ersten von zwei Schüssen getötet worden sein, die auf ihn abgefeuert wurden, als er die Tür des mutmaßlichen Drogendealers aufstemmte. Der wiederum soll direkt aus maximal zweieinhalb Metern gefeuert haben, als seine Wohnungstür aufflog. Dabei soll das erste Projektil durch den linken Oberarm in die Brust eingedrungen sein, wo es den Herzbeutel verletzte.

Der SEK-Mann soll sich mit Hilfe von Kollegen noch nach draußen geschleppt haben, wo er starb. Der Täter sei nach den Schüssen ins Bad geflüchtet. Die Waffe habe man in der Badewanne gefunden - in der Wohnung außerdem noch ein Kilogramm Marihuana.

Ist der Verdächtige vielleicht schuldunfähig?

Während jetzt eine Mordkommission gegen den Mann ermittelt, wird laut NRW-Justizministerium noch geprüft, ob er überhaupt schuldfähig ist. Wegen einer möglichen Drogensucht müsse er vielleicht in eine Entzugsklinik oder eine psychiatrische Einrichtung, heißt es.

Hintergrund:

An der Augustin-Wibbelt-Straße in Gelsenkirchen-Buer sollte es am 29. April eine Hausdurchsuchung wegen Drogenhandels geben. Weil der 29-jährige Verdächtige möglicherweise Waffen besaß, rückte das SEK an. Nach den Schüssen ließ sich der mutmaßliche Täter schließlich widerstandslos festnehmen. Der 28-Jährige Polizist war der erste Beamte in der Geschiche der Spezialeinheiten Nordrhein-Westfalens, der im Einsatz ums Leben gekommen ist. 

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