Verbraucherschutzzentrale: So wechselt ihr den Stromanbieter

Die Ampelregierung hat es angekündigt, dass Strompreise wieder steigen werden. Doch damit muss man sich nicht abfinden, denn ein Wechsel des Stromanbieters kann helfen, Kosten zu sparen.

Schritt eins: Vorbereitung

Wichtig zu Beginn: Die letzte Rechnung mit Jahresverbrauch und Kündigungsfrist checken. Läuft euer Vertrag noch lange, ist hier schon Schluss! Ansonsten habt ihr ein paar Optionen: Entweder - bei eurem Anbieter nach anderen Tarifen fragen. Oder ab Vergleichsportale bemühen, einen günstigen Stromtarif zu finden. Die Verbaucherzentrale NRW empfiehlt Verivox oder Check24.

Schritt zwei: Strompreise vergleichen

Eine simple Preisvergleichsuche ist bei diesem Thema nicht hilfreich, denn die Verbraucherschutzzentrale gibt uns wichtige Hinweise, die wir beachten sollten, wenn wir bei oben genannten Vergleichsportalen eine Suchanfrage starten:

  • Bonus nicht einrechnen lassen. So können die Jahreskosten besser eingeschätzt werden.
  • Nicht nur Tarife anzeigen, zu denen man direkt über das Portal wechseln kann. Das schränkt die Auswahl unnötig ein.
  • Deaktivierung der Voreinstellung "hohe Kundenempfehlungsquote". Denn Kundenempfehlungen kann man nur für solche Tarife ussprechen, für die das Portal Provisionen erhält. Auch das schränkt die Auswahl also unnötig ein.
  • Jeweils nur einen Tarif pro Anbieter anzeigen lassen.

Schritt drei: Vertragslaufzeit und Preisgarantie beachten

Die VBZ empfiehlt eine Laufzeiten einem Jahr und eine Preisgarantie. Das ist aber etwas kompliziert. Christina Wallraf von der NRW-Verbraucherzentrale sagt uns: "Man muss sagen, dass die Preisgarantie auch nicht immer alle Kostenkomponenten abdeckt. Aber im Moment sollte man eigentlich darauf achten, dass diese Beschaffungskosten mit abgedeckt sind. Das ist aber auch bei wirklich jeder Preisgarantie so."

Dann wären da noch die Netzentgelte. "Die Netzentgelte könnten im nächsten Jahr steigen. Also sollte man schauen, dass man vielleicht schon einen Preis nimmt, wo dann diese Netzentgelte abgesichert sind, weil sonst kann man auch eine Preiserhöhung bekommen, obwohl man quasi eine Preisgarantie hat", empfiehlt Wallraf.

Schritt vier: Über den Energieanbieter informieren

Die Konditionen können noch so günstig sein, doch all das bringt nichts, wenn es Komplikationen mit dem neuen Anbieter gibt. Daher sagt die Verbraucherschutzzentrale: Um an einen möglichst kundenfreundlichen Anbieter zu gelangen, können die Erfahrungen anderer Kunden genutzt werden. Probleme können beispielsweise sein:

  • nicht erstellte Jahres- oder Schlussrechnungen
  • die Nichtauszahlung von Boni oder Guthaben
  • drastische Preiserhöhungen und überzogene Abschläge
  • untergeschobene Verträge

Worauf man beim Stromanbieterwechsel noch achten sollte, das könnt ihr hier nachlesen.

Autoren: Joachim Schultheis & Marion Cürlis

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