
Zwangsehen mit Kindern: Gelsenkirchenerin mitangeklagt
Ein heute 24-Jähriger aus Essen führte eine arrangierte Ehe mit einer damals 12-Jährigen. Währenddessen kam es mehrfach zu gewaltsamen sexuellen Übergriffen. Dafür wurde er bereits rechtskräftig verurteilt. Nun stehen zwei mutmaßliche Mittäter vor dem Essener Landgericht.
Veröffentlicht: Montag, 10.11.2025 16:09
- U.a. arrangierte Ehe mit damals 12-jährigen Mädchen
- Gelsenkirchenerin hat mutmaßlich Beihilfe geleistet
Laut Anklage hat unter anderem eine 24-jährige Gelsenkirchenerin Beihilfe geleistet. Sie soll das Mädchen sexuell aufgeklärt und auf die Hochzeitsnacht im Dezember 2021 vorbereitet haben. Die Ehe sei von Familienmitgliedern und einem weiteren Angeklagten (31 Jahre) arrangiert worden. Dieser soll auch die Hochzeit finanziert haben. In Absprache mit ihm, soll der 24-Jährige eine gefälschte Heiratsurkunde bei der Stadt Essen vorgezeigt haben. So habe er versucht, das tatsächliche Alter der Jugendlichen zu vertuschen. Laut Anklage hat der 31-Jährige durch das Mitwirken bei der Hochzeitsplanung zu den Taten Hilfe geleistet. Bereits im Winter 2019 soll eine zu dem Zeitpunkt 13-Jährige mit dem heute 24-jährigen Essener verheiratet worden sein. Auch diese Ehe sei von Familienmitgliedern der beiden und dem 31-Jährigen arrangiert worden. Hier habe der Essener ebenfalls durch seine Mitwirkung bei der Hochzeitsplanung und die mutmaßliche Finanzierung Hilfe geleistet.
Außerdem soll der 31-Jährige bereits 2016 ein zweieinhalb Jahre altes Kind körperlich verletzt haben. Die Mutter des Kindes sei im Alter von 13 Jahren an seinen Bruder verheiratet worden. Laut Anklage hat der 31-Jährige die Jugendliche unterdrückt und wie eine Leibeigene behandelt. Sie soll auch in seinem Restaurant gearbeitet haben, ohne, dass sie dafür Geld bekam. Ein Urteil wird Ende Januar erwartet.