
- Bottroper Betriebshof soll Umschlagplatz gewesen sein
- Mögliche Entsorgung in der Gelsenkirchener Marina
Im NRW-weiten Giftmüllskandal, der auch nach Bottrop und Gelsenkirchen reicht, gibt es die erste Anklage. Polizei und Staatsanwaltschaft haben heute bestätigt, dass gegen einen 63-Jährigen aus Unna Anklage erhoben wurde - nach umfangreichen Ermittlungen.
Der Tatverdächtige soll zusammen mit Komplizen belastete Böden und andere gefährliche Abfälle illegal entsorgt haben. Das Material soll unter anderem auf einem Bottroper Betriebsgelände mit anderen, nicht belasteten Abfällen vermischt oder umdeklariert worden sein. Allein in Bottrop geht es um mehr als 700 LKW-Ladungen.
Der 63-Jährige sitzt seit Oktober 2025 in Untersuchungshaft. Die Anklage wirft ihm unerlaubten Umgang mit Abfällen, das unerlaubte Betreiben genehmigungsbedürftiger Anlagen sowie banden- und gewerbsmäßigen Betrug vor.
Im Giftmüllskandal wird insgesamt gegen rund 40 Verdächtige ermittelt. Auch im Hafen Graf Bismarck in Gelsenkirchen könnten belastete Böden in einer Baugrube versenkt worden sein. Das war im November vergangenen Jahres herausgekommen.