
- Anwalt sieht Anzeichen einer Pflichtverletzung der Sparkasse
- Innenminister: Aktuell keine Ermittlungen gegen mögliche Tippgeber
Der Dattelner Anwalt Daniel Kuhlmann will schon kommende Woche Klage gegen die Gelsenkirchener Sparkasse erheben. Er habe bereits Mandanten-Vollmachten von etwa 150 Geschädigten sowie etwa genauso viele Interessierte, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Zuständig wäre das Landgericht Essen.
Er sehe Anzeichen einer Pflichtverletzung der Bank, so Kuhlmann. So habe es anscheinend keinen Erschütterungsmelder im Tresorraum gegeben. Offensichtlich sei das Sicherheitskonzept der Bank unzureichend oder zumindest nicht ordnungsgemäß umgesetzt worden. Laut dem Anwalt droht der Bank «eine Klagewelle ungeahnten Ausmaßes».
230 Ermittler suchen nach Sparkassen-Einbrechern
Der Millionen-Coup von Buer war heute Vormittag auch Thema im Landtag. Bei einer Sondersitzung des Innenausschusses hat NRW-Innenminister Herbert Reul über den Stand der Ermittlungen informiert. Laut ihm arbeiten in der Besonderen Aufbauorganisation "Bohrer" mittlerweile rund 230 Polizisten mit - nicht nur von der Polizei Gelsenkirchen, sondern auch Beamte aus anderen Polizeibehörden und Experten vom LKA.
Die Ermittlungen seien sehr aufwändig, sagte Reul. Im Tresorraum müssten mehrere Hunderttausend Gegenstände akribisch auf Spuren untersucht werden. Außerdem gebe es rund 8 Terrabyte Daten aus Überwachungsvideos. Gegen Mitarbeiter der Sparkasse oder andere mögliche Tippgeber werde aktuell nicht ermittelt, betonte der Minister.
