Übersicht: Das passiert mit euren Daten in sozialen Medien

Facebook, Whatsapp und Instagram sind die am meisten genutzten sozialen Medien in Deutschland. Wir zeigen, welche Daten von euch gespeichert werden.

Jeder kennt das: Man sucht nach einem bestimmten Produkt oder unterhält sich in sozialen Medien über etwas und plötzlich wird einem personalisierte Werbung zu dem Produkt oder Thema angezeigt.

Unsere Daten sind uns eigentlich heilig und doch werden sie von den Firmen sozialer Medien für ihre Zwecke benutzt und wir lassen es größtenteils zu.

Das macht Facebook mit unseren Daten

Um für uns zugeschnittene Werbung zu schalten, nimmt Facebook Infos aus unseren Konten. Das sind unter anderem: Geschlecht, Alter, Standorte, genutzte Geräte, "Gefällt mir"-Angaben für Seiten und Co. und Infos von Werbekunden und Marketingpartnern.

Das hat Facebook neuerdings auch ausgeweitet. Denn wer bei dem sozialen Netzwerk aktiv sein möchte, muss ebenfalls zustimmen, dass Daten von WhatsApp und Instagram und weiteren mit den Daten aus Facebook zusamengeführt werden. Dagegen hat das Bundeskartellamt aber geklagt, unter anderem wegen Wettbewerbsrecht und Verstößen gegen die Datenschutz-Grundverordnun (DSGVO). Der Bundesgerichtshof gab dem Kartellamt Recht und schob Facebook einen Riegel bei der Nutzung der Daten von anderen sozialen Medien vor.

Was wir machen können

Unter "Einstellungen" -> "Deine Facebook-Informationen" können wir einsehen, welche Daten Facebook von anderen Diensten erhält und dann demnach für personalisierte Werbung verwendet. Nutzer können diesen "Verlauf" zumindest entfernen. Doch an dieser Stelle ist klar, was Facebook alles von einem erfahren will. Unter "Einstellungen" -> "Werbeanzeigen" können Nutzer auch angeben, dass sie keine personalisierte Werbung seitens Facebook wünschen.

Welche Daten Whatsapp speichert und nutzt

WhatsApp sammelt generell alle Daten, die von den Nutzern selbst angegeben werden, wie etwa: Anzeigename, Geburtstag, Telefonnummer, Status und Profilbild. Normalerweise werden Nachrichten nicht auf den Servern gespeichert. Ausnahme: Eine Nachricht kommt beim Empfänger nicht an. Doch das ist noch nicht alles.

Laut "connect"-Magazin bekommt WhatsApp auch Zugriff auf weitere Infos eines Nutzers wie E-Mail-Adresse oder Social-Network-Profile über eine Kontaktperson des jeweiligen Nutzers. Auch wenn die App gelöscht werden würde, würden weiterhin Daten bei WhatsApp bestehen bleiben. Der Rat: Immer wieder die Datenschutzeinstellungen prüfen.

Welche Daten Instagram speichert

Auch Instagram speichert und nutzt viele unserer Daten. Unter anderem - und das ist vielen ja eigentlich ein Dorn im Auge - jegliche Standortdaten (via GPS, Bluetooth oder WLAN-Verbindungen). Hinzu kommen die üblichen Daten, die wir schon von Facebook und Whatsapp kennen. Allerdings weiß Instagram auch, mit wem wir befreundet sind, welche Werbung uns interessiert oder unser generelles Nutzerverhalten. Also auch hier eine ganze Menge

Soziale Medien nutzen viele Menschen mehrere Stunden pro Tag. Dabei werden viele Daten an die Betreiber übertragen - oft unbewusst.©
Soziale Medien nutzen viele Menschen mehrere Stunden pro Tag. Dabei werden viele Daten an die Betreiber übertragen - oft unbewusst.
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Tipp für Instagram-Nutzer

Es gibt für jedes soziale Medium einen "Privatsphäre"-Leitfaden. So auch für Instagram. Die Seite "KlickSafe" macht dabei mit einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitungen deutlich, wie schnell man doch seine eigene Sicherheit auf Instagram erhöhen kann. Hier geht's zur Anleitung.

Für Eltern: Diese Daten nutzt die beliebte App TikTok

Viele Kinder und Jugendliche haben seit rund einem Jahr die App "TikTok" auf ihren Smartphones. Es ist eigentlich eine Videoplattform, doch Facebook und Co. erhalten wohl beständig Daten und - und das ist noch ein Stück krasser - auch die chinesische Regierung.

Denn die Berichte haben sich während der Corona-Pandemie gehäuft, dass die App als Datendienst für Chinas Regierung fungiert und so Informationen über Nutzer aus Europa und der Welt abgreift.

Zumindest sollen Eltern, deren Kinder noch nicht das 16. Lebensjahr erreicht haben, im "begleitenden Modus" erfahren, was ihre Kinder überhaupt alles veröffentlichen. Das geht über folgenden Weg: Einstellung: "Digital Wellbeeing/Privatsphäre" und "Einstellungen/Begleiteter Modus". Dass dadurch auch Eltern die App herunterladen und nutzen, mache laut Experten das System so perfide. Einerseits werde darauf geachtet, dass Kinder geschützt die App nutzen, andererseits aber würden dadurch nun die Daten der Eltern angezapft und überwacht.

Wer sich schützen will, muss sich informieren

Das Fazit ist klar: Ohne Eigeninitiative werden Social-Media-Nutzer ihre Daten nie wirklich schützen können. Deshalb lohnt es sich, in regelmäßigen Abständen sich zu informieren, welche Daten von einem benutzt werden um so handeln zu können. Sichere Anleitungen für alle großen Seiten und Netzwerke gibt es auf "Klicksafe".

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