Landtag will Kinderschutzkommission einrichten

Es gibt in NRW im Moment zwei Fälle, die fassungslos machen: Der Missbrauchsfall von Bergisch Gladbach und der Fall von Lügde. Der Landtag will heute als Konsequenz eine Kinderschutzkommission einsetzen.

Die Kinderschutzkommission, bestehend aus 13 Landtags-Mitgliedern, soll regelmäßig konkrete Vorschläge für den besseren Schutz von Kindern erarbeiten und dem Landtag einmal im Jahr einen Bericht vorlegen. Es ist in erster Linie eine politische Maßnahme, damit Kinderrechte bei allen gesetzlichen Vorhaben und beim Handeln von Verwaltungen und Behörden mitgedacht werden. Es gibt einen gemeinsamen Antrag von CDU, SPD, Grünen und FDP für diese Kinderschutzkommission - eine Mehrheit gilt als sicher. 

Es geht nicht nur um Missbrauchsfälle

Die aktuellen Missbrauchsfälle werden nur ein Teil der Arbeit der Kinderschutzkommission sein. Im Moment läuft ja schon ein Untersuchungsausschuss zum Fall in Lügde. Im Fall Bergisch Gladbach ermittelt noch die Polizei. In der Kommission soll es auch grundsätzlich zum Beispiel um Schwachstellen im Kinderschutz gehen, die über die aktuellen Fälle hinausgehen. Aktuell gibt es in NRW einen dramatischen Anstieg von Verdachtsfällen von Kindeswohlgefährdung. Ein Anstieg um fast 10 Prozent - auf 43.500 Fälle - wurde verzeichnet. So oft mussten die Jugendämter in 2018 nachforschen, ob die Kinder in einem Haushalt einer Gefahr ausgesetzt sind.

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